Kunst gegen Ungerechtigkeit

Nuria Juan




Seit mehr als 30 Jahren lebt die Bevölkerung der Westsahara ihrer Rechte beraubt. Eine Ungerechtigkeit, die nach der spanischen Kolonisation begann, im Zweiten Weltkrieg andauerte, und heute, im einundzwanzigsten Jahrhundert, weitergeht. Die wahren Gründe für diesen Kampf um das Gebiet der Sahara sind die Phosphatminen, Ölfelder und Fischgründe, die die Westsahara besitzt. Eine ungerechte Situation, hervorgerufen durch den Machtanspruch von benachbarten Ländern (Marokko und Mauretanien) und die Bewegungslosigkeit der UNO. Zum Glück gibt es Menschen, die für das Ende dieser Ungerechtigkeiten kämpfen. Dies ist der Fall von ARTIFARITI.


ARTIFARITI (II Internationales Treffen von Kunst im befreiten Gebiet der Westsahara) möchte die aktuelle Situation der Bevölkerung der Westsahara durch die Kunst anprangern. Die Begegnung fand in Tifariti, der Hauptstadt der befreiten Sahara, statt. Dort befinden sich etwa 60 km der Mauer, die in den 80er Jahren für die marokkanische Regierung erbaut wurden. Eine Mauer mit 2700 km Länge, umgeben von 10 Millionen Antipersonenminen, 24 Stunden am Tag durch 160.000 armierte Soldaten bewacht. Auf der anderen Seite leben 200.000 politische Flüchtlinge aus der Sahara in einer misslichen Lage.

Unter den eingeladen Künstlern sind die Preisträger für darstellende Kunst Eva Lootz, Federico Guzman und Sevilla Nanny, als auch internationale Künstler wie Claudia Martinez (Argentinien), Rolando de la Rosa (Mexiko), Lehsen Lebsir, Mohamed Baicha, Salek, Senia, Salem und Mohamed Larbi Salek Muftah (Sahara). Auch die ausgewählten Projekte internationaler Ideen von Alonso Gil, Ana Olias, Angels Benitez, Guillermo Roiz, Maria Ortega Estepa und Rosamar Corcuera sind dabei.

In dieser Ausgabe hat ARTIFARITI mehrere Projekteangeboten. Mit diesen Projekten möchten sie die Welt erinnern, dass der Westsaharakonflikt beendet werden muss.


Der Künstler Isidro Lopez Aparicio hat die Isolierung der Bürger der Westsahara mit einer transformance angeprangert, wobei er von der Künstlerin Pamen Pereira begleitet wurde. Beide verbrachten 24 Stunden in isolierten, 2-m-tiefen Löchern, gekleidet in traditioneller Kleidung der Sahara. Danach stiegen sie auf eine Plattform, um die Bedeutung der Kommunikation zu inszenieren.

Für seinen Teil beanspruchte der Künstler Federico Guzmán die Verbindung von Digitalem und Traditionellem durch das Maultier Taina. Er fährt mit ihr nach Tifariti, um ihr von Kultur und Kunst zu erzählen. Die erste Phase: Während der Woche der Solidarität in Sevilla kommt Taina mit spanischen Projekten zusammen. Danach fährt sie in das Flüchtlingslager der Sahara. Beladen mit Projekten und Erfahrungen aus der Bevölkerung der Westsahara, kommt sie wieder zurück.

Die letzten Aktivitäten dieser Ausgabe sind der Protest des Künstlers Eduardo Romaguera, der Workshops zu künstlerischen Techniken anbietet. Er fährt diese Woche nach Straßburg zum Europäischen Parlament. Mit die Darraá -die traditionelle Kleidung in der Sahara- wird er vor der Tür des Europäischen Gebäudes stehen. Hoffentlich wird dieser Eindruck nicht der Vergessenheit zum Opfer fallen.